Maklerprovision muss künftig geteilt werden

Immobilienverkauf Maklerprovision muss künftig geteilt werden

Update: 15.05.2020
von Eike Schulze
Update: 15.05.2020
Auf einen Blick
  • Käufer und Verkäufer von Immobilien müssen sich spätestens ab 1. Januar 2021 die Provision teilen.

  • Auf den ersten Blick profitieren davon die Käufer, die in einigen Bundesländern bisher die gesamte Summe zahlen müssen.

  • Geringere Kaufnebenkosten könnten die Finanzierung erleichtern.
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Das Bestellerprinzip für Immobilienkäufe ist vom Tisch: Die jetzt vom Bundestag beschlossene Teilung der Maklerkosten kann vor allem in den fünf Bundesländern Berlin, Brandenburg, Hamburg, Bremen und Hessen die Kaufnebenkosten verringern und dort positive Impulse für die Immobilienfinanzierung setzen. In den übrigen Ländern wird die Provision schon länger geteilt.

Was steckt hinter der 50/50-Provision?

Wer einen Immobilienmakler beauftragt, wird künftig mindestens die Hälfte der Provision tragen. Im Umkehrschluss bedeutet das: Der Käufer der Immobilie muss nur noch maximal die Hälfte der Provision übernehmen. Wenn der Makler infolge zweier Maklerverträge als Interessenvertreter sowohl für den Käufer als auch den Verkäufer tätig wird, kann er die Courtage nur von beiden Parteien zu gleichen Teilen verlangen.

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Baufinanzierung
 
Anbieter
Monatliche Rate
effektiver
Jahreszins
gebundener
Sollzins
 
1.
737,50 €
0,45 %
0,45 %
2.
bundesweites Angebot
760,00 €
0,55 %
0,54 %
3.
bundesweites Angebot
760,00 €
0,56 %
0,54 %
Betrag 300.000 €, Laufzeit 10 Jahre, Beleihung 60 %

Hat dagegen nur eine Partei – in der Regel der Verkäufer – einen Makler beauftragt, ist dieser laut Gesetzentwurf auch zur Zahlung der Maklerprovision verpflichtet. Erst danach können die Kosten – maximal 50 Prozent – an die andere Partei weitergereicht werden.

Umgekehrt heißt das natürlich auch: Wer als Käufer einen Makler beauftragt, um nach einem Haus oder einer Eigentumswohnung zu suchen, der zahlt die Courtage ganz alleine.

Ziel der Provisionsteilung ist es auch, dass der Immobilienmakler in Zukunft beide Parteien hinsichtlich des Objektes ausführlich beraten muss. Er wirkt quasi wie ein Unparteiischer, der die Interessen beider Parteien unter einen Hut bringen soll.

Ob der Käufer einer Immobilie aber deswegen insgesamt weniger zahlt, darf in vielen Fällen angezweifelt werden. In den meisten Teilen Deutschlands herrscht Wohnungsknappheit. Das heißt, es ist ein Verkäufermarkt. Der Verkäufer einer Immobilie kann oft den Preis durchsetzen und es ist zu befürchten, dass er in diesem Fall die Kosten der Maklercourtage, die er zahlen muss, einfach auf den Preis aufschlägt.

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Herrscht dagegen ein Käufermarkt vor, wie in dünn besiedelten Gegenden Ostdeutschlands, kann der Käufer den Preis der Immobilie drücken, um so seinen Teil der Courtage zurück zu erhalten.

Einen kleinen Vorteil für Käufer gibt es dennoch, auch wenn sich in vielen Fällen der Gesamtbetrag seiner Investition nicht ändert: Die Banken verlangen in den meisten Fällen, dass der Käufer die Kaufnebenkosten von bisher rund 15 Prozent vorab aus eigenen Mitteln bestreitet. Sinkt dieser Anteil, könnte er die ersparte Summe in den Eigenkapitalanteil stecken und unter Umständen etwas günstigere Bauzinsen von der Bank erhalten.

Neuregelung gilt nur für Verbraucher

Die neue Regelung gilt nicht für den Verkauf von Zwei- oder Mehrfamilienhäusern. Das heißt, sie ist auf den Verkauf von Einfamilienhäusern und Wohnungen beschränkt.

Zudem enthält sie auch eine Einschränkung in persönlicher Hinsicht. Nur wenn der Käufer des Hauses oder der Eigentumswohnung als Privatperson handelt, gelten die neuen Regeln.

Handelt der Erwerber hingegen im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit, kann die Verteilung der Maklerkosten auch weiterhin anderweitig vereinbart werden.

Ob der Makler Unternehmer ist oder nicht, ist hingegen unerheblich. Auch "Gelegenheitsmakler", die nur in geringem Umfang tätig sind, unterliegen den neuen Vorschriften.

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Eike Schulze

entstammt aus einer Familie von Zigarrendrehern, Strandräubern und Baumeistern und entschloss sich entgegen der Familientradition Geographie und BWL bis zum guten Ende zu studieren. Nach Zwischenstation als Vertriebsspezialist und Trainer eines Versicherungsunternehmens entdeckte er seine Leidenschaft für Wirtschaftsjournalismus. Seit 20 Jahren gibt es von ihm etwas zu lesen, zunächst nur in Zeitschriften und zwischen Buchdeckeln und seit gut 10 Jahren auch im Netz. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Immobilien, Versicherungen und Geldanlage.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de