Wie zahlt man bei einer Direktbank Bargeld ein?

Girokonto Wie zahlt man bei einer Direktbank Bargeld ein?

Update: 12.05.2020
Horst Biallo
von Horst Biallo Max Geißler
Update: 12.05.2020
Auf einen Blick
  • Wer ab und zu Bargeld aufs Girokonto einzahlen möchte, muss deswegen nicht zwingend ein Girokonto bei einer Filialbank unterhalten. Auch viele Direktbanken bieten diesen Service an. 

  • Doch Verbraucher sollten sich in jedem Fall die jeweiligen Bedingungen näher ansehen. Denn es können Gebühren anfallen.
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"Versuchen Sie mal bei einer Direktbank Geld einzuzahlen. Das wird nichts." Mit diesem Argument versucht so mancher Vertreter einer regionalen Bank oder Sparkasse, den Kunden vom Bankenwechsel abzuhalten. Jeder muss sich natürlich fragen, wann er überhaupt das letzte Mal Bargeld auf sein Konto eingezahlt hat. Oder bei welcher Gelegenheit das vorkommt. Sicher, beim Verkauf eines Autos von Privat an Privat. Aber sonst?

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Sie wollen oder können auf diesen Service nicht verzichten? Möchten aber zugleich Ihrer regionalen Bank wegen der hohen Kosten fürs Girokonto den Rücken kehren? Wenn Sie sowieso Onlinebanking nutzen, stehen Ihnen knapp 50 kostenlose Girokonten zur Auswahl. Und bei den meisten gibt es auch die Möglichkeit, Geld einzuzahlen. Die Bedingungen dafür sollten Sie aber kennen.

Uneingeschränkte Bargeldeinzahlungen

Legen Sie darauf Wert, für bestimmte Dinge wie Baufinanzierung oder Ihre Geldanlage, einen persönlichen Ansprechpartner zu haben und zugleich ein günstiges Gehaltskonto? Dann kommen bundesweit zwei Bankengruppen in Frage:

  • PSD-Banken
  • Sparda-Banken

Jede der 14 PSD-Banken empfiehlt sich als "Direktbank mit Beratung". Sie bieten alle nicht nur kostenlose oder sehr günstige Girokonten mit niedrigen Dispozinsen. Bei ihnen ist zudem die Einzahlung von Bargeld kostenlos über einen Geldautomaten direkt aufs Konto möglich. Und dabei gibt es auch keinerlei Beschränkungen.

Typisches Beispiel dafür ist die PSD Bank München mit ihren Niederlassungen in der bayerischen Landeshauptstadt, aber auch in Augsburg. Bei ihr können Kunden sogar am Schalter kostenlos Bargeld einzahlen.

Ähnlich ist das bei den Sparda-Banken. Kostenlose Onlinekonten gibt es noch bei:

Auch bei diesen Geldhäusern lässt sich – ohne irgendwelche Einschränkungen – Bares entweder am Schalter oder, außerhalb der Öffnungszeiten, auch am Automaten einzahlen.

Direktbanken mit Filial-Mutter

Seinen Kunden eine Möglichkeit zu schaffen, Bargeld nicht nur abzuheben, sondern auch einzuzahlen, ist für Direktbanken ein nicht unerheblicher Kostenfaktor. 

Leichter fällt das natürlich denjenigen, die Tochter einer größeren Filialbank sind und auf diese Automaten zurückgreifen können. 

  • Comdirect erlaubt seinen Kunden, bei der Commerzbank immer dann kostenlos Geld einzuzahlen, wenn das Gehaltskonto im Soll ist. Weist es dagegen ein Guthaben auf, kann man dreimal pro Jahr kostenlos Geld einzahlen. Danach kostet dieser Service 2,90 Euro je Ausführung.

  • Norisbank-Kunden stehen ohne Einschränkungen die Geldautomaten der Deutschen Bank zur Verfügung. Aber nur für Banknoten – Münzen lassen sich nicht einzahlen.

  • Wer sich für die 1822direkt entscheidet und öfter Geld einzahlen möchte, sollte im Frankfurter Raum wohnen. In diesem Fall kann der Kunde sein Geld an den Automaten des Mutterkonzern, der Frankfurter Sparkasse, kostenlos einzahlen. Am Schalter kostet es 1,50 Euro je Aktion.
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Online-Girokonto
 
Anbieter
Monatspreis
Dispozinsen
Jahrespreis
Girocard
 
1.
0,00 €
Sofortdispo 6,65%
0,00 €
2.
 0,00 €
Sofortdispo 10,85%
0,00 €
3.
 0,00 €
8,50%
0,00 €

Direktbanken mit Kooperationen

  • Die Deutsche Kreditbank (DKB) hat eine clevere Methode für die Bargeldversorgung gefunden: Pro Tag können Kunden zwischen 50 und 300 Euro abheben oder bis zu 999 Euro einzahlen. Dazu erzeugt man im Onlinebanking oder gleich in der DKB-Banking-App zunächst einen Barcode. Diesen lässt man an einer Kasse der über 11.000 Partnershops scannen. Abhebungen sind zwar kostenlos, für Einzahlungen wird jedoch ein Entgelt von 1,5 Prozent des Einzahlungsbetrages fällig. Wer in München, Berlin oder in 14 anderen Großstädten in den neuen Bundesländern wohnt, kann die Automaten der DKB dort kostenlos nutzen.

  • Die ING bietet ihren Kunden den Service der Reisebank an, deren Automaten man zumindest in den größeren Bahnhöfen in Deutschland findet. Bei einem Betrag zwischen 1.000 und 25.000 Euro ist eine Einzahlung von Banknoten sowie von bis zu 50 Münzen je Vorgang kostenlos. Wer einen Betrag von weniger als 1.000 Euro einzahlen möchte, der muss ein Prozent des Betrages als Gebühr entrichten. 

  • Die Consorsbank schickt ihre Kunden auch zur Reisebank. Hier fallen jedoch je angefangene 5.000 Euro 7,50 Euro an Gebühren an.

  • Die Fidor Bank: Über "Fidor Cash" bietet dieses Geldhaus im Einzelhandel eine Einzahlung bis zu 100 Euro pro Monat kostenlos an. Danach werden 1,75 Prozent des Betrages fällig. Zudem gilt ein Mindest-Einzahlbetrag von 50 Euro.

  • Auch die Edeka Bank nutzt den Service der Reisebank. Je angefangene 5.000 Euro fallen 7,50 Euro als Gebühren an.

  • Volkswagenbank: Einzahlungen sind nur über die wenigen Filialen der Bank in den VW- und Audi-Standorten möglich.

  • N26 nimmt 1,5 Prozent Gebühren auf den Einzahlungsbetrag über CASH26 via N26 App.

  • Die Deutsche Skatbank bietet als einzige Direktbank keinerlei Einzahlungsmöglichkeiten.

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Biallo-Tipp

Auch bei den meisten Direktbanken können Kunden – wenn auch über Umwege – Bargeld einzahlen. Sollte Ihre Bank diesen Service nicht oder zu einem unverhältnismäßigen Preis anbieten, gibt es noch einen Ausweg: Vielleicht haben Sie im Freundeskreis jemanden, der das Geld kostenlos bei sich einzahlt und Ihnen nach Gutschrift die Summe einfach überweist. Denjenigen oder diejenige sollten Sie natürlich schon etwas besser kennen.

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Horst Biallo
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Herausgeber und Gründer biallo.de
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Jahrgang 1954, studierte Wirtschaft und absolvierte eine Ausbildung zum Wirtschaftsjournalisten bei der Tageszeitung Die Welt. Später machte er sich selbstständig, schrieb für Wirtschaftswoche, Stern und zahlreiche Tageszeitungen. Er ist Autor mehrerer Fachbücher, u.a. "Die geheimen deutschen Weltmeister" und "Die Doktormacher". Im Jahr 1999 gründete er das Verbraucherportal www.biallo.de, vier Jahre später www.geldsparen.de und 2009 www.biallo.at. Horst Biallo ist verheiratet und hat drei Kinder.

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Jahrgang 1954, studierte Wirtschaft und absolvierte eine Ausbildung zum Wirtschaftsjournalisten bei der Tageszeitung Die Welt. Später machte er sich selbstständig, schrieb für Wirtschaftswoche, Stern und zahlreiche Tageszeitungen. Er ist Autor mehrerer Fachbücher, u.a. "Die geheimen deutschen Weltmeister" und "Die Doktormacher". Im Jahr 1999 gründete er das Verbraucherportal www.biallo.de, vier Jahre später www.geldsparen.de und 2009 www.biallo.at. Horst Biallo ist verheiratet und hat drei Kinder.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de